6 Okt

Die Qual der Wahl bei der Kamera Ausrüstung

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Der Kauf einer Fotoausrüstung ist üblicherweise eine Anschaffung für Jahre wenn nicht sogar Jahrzehnte und sollte deshalb gut überlegt und mit Bedacht durchgeführt werden. Letztendlich möchte man sein wohlverdientes Geld gut investiert wissen und mit den erworbenen Geräten problemlos fotografieren können.

Sie beim Kauf einer Fotoausrüstung bzw. der Erweiterung derselben zu beraten ist nicht einfach. Die Ausrüstung soll ja ihren eigenen Vorstellungen entsprechen und für die Umsetzung Ihrer Motivbereiche geeignet sein. Was für den Einen richtig und gut kann für den Anderen unbrauchbar und schlecht sein. Es hilft auch nichts, sich das teuerste Gerät anzuschaffen, wenn man damit ohne Ambition fotografiert. Umgekehrt ist Qualität bei der Ausrüstung gefragt, wenn es um perfekte Bild-Realisierungen geht. Jedem das Seine also, um es auf den Nenner zu bringen.

Grundausrüstung

Der Einstieg in die „große Welt der Fotografie“ findet am besten über eine Spiegelreflexkamera statt. Damit arbeiten sowohl die meisten ambitionierten Amateure als auch Profis.Die Grundausstattung besteht hier aus dem Kameragehäuse sowie einem Wechselobjektiv. Letzteres kann, wie der Name schon sagt, gewechselt und durch ein anderes Objektiv aus demselben System ersetzt werden.

Als Neueinsteiger haben Sie vielleicht bereits eine solche Kombination als Set erworben und sind aufnahmebereit. Wobei es sich beim Objektiv in der Regel um ein Zoom handelt, welches bereits ein breites Spektrum der normalen Aufnahmesituationen meistert. Mit mehr oder weniger großen Nachteilen und Abstrichen allerdings, worauf wir später noch zu sprechen kommen.

Je intensiver und häufiger man nun die Kamera in die Hand nimmt und fotografiert, desto früher wird man feststellen, dass man mit der verwendeten Linse gewissen Einschränkungen unterliegt. Diese können zum einen in der Bauart und Brennweite, zum anderen in der Lichtstärke liegen, wobei der Einsteiger meist nur die Brennweite im Auge hat.

Brennweiten

Bevor wir ins Detail gehen halten wir fest: Arbeitet man mit Kleinbildkameras, so entspricht eine Brennweite um die 50 mm dem augengerechten Eindruck, man bezeichnet diese somit als Normalbrennweite bzw. Normal-objektiv. Objektive mit kürzerer Brennweite fallen in den Weitwinkelbereich, darüber bezeichnen wir sie als Telebrennweiten. Der WW-Bereich geht dabei bis circa 17 mm, der Telebereich bis 300 mm. Alles andere fällt in Extrembereiche und ist für Spezialanwendungen. Arbeitet man nun mit einer Kamera mit Verlängerungsfaktor (bedingt durch den kleineren Aufnahmesensor), wie es bei den Sony SLRs mit Ausnahme der Vollformat Kamera 900 der Fall ist, verlängert sich jede Brennweite um den Faktor 1.5. Damit entspricht eine 35 mm Brennweite einem Normalobjektiv.

Hat man nun beispielsweise eine Kamera mit einem mittleren Zoom Objektiv (von etwa 24-30 mm bis 100-150 mm), deckt man bereits einen großen Brennweitenbereich ab. Viele Motivbereiche lassen sich damit mühelos einfangen, man könnte meinen, mehr braucht es eigentlich gar nicht. Damit jedoch nicht genug, die Hersteller überbieten sich bereits mit unglaublichen Objektivkonstruktionen und dehnen den Zoombereich ständig weiter aus. Wenn man bedenkt, was sich in diesem Bereich in den letzten Jahren getan hat und wie die Preise gefallen sind, wird das Ganze immer faszinierender.

Als Anwender könnte man sich nun die Hände reiben und freuen. Ein Objektiv deckt alle Wünsche ab, und damit hat sich die Sache. Tatsache ist, das dieser Eindruck leider nur bedingt stimmt. Für viele Anwendungen sind solche Superzooms technisch nicht die erste Wahl, oder zu groß oder zu lichtschwach. Auf den Nenner gebracht, sind solche Superzooms eben Spezialobjektive, für spezielle Einsätze bestens zu gebrauchen und als solche zu sehen. Ähnlich Makroobjektiven für den Nahbereich, welche allerdings auch hervorragend als Normalbrennweiten funktionieren.

Objektive

Noch vor wenigen Jahren waren Fixbrennweiten die Norm, Zoom-Objektive entweder teuer in der Anschaffung oder schlecht in der Qualität. Derzeit ist es umgekehrt, Zoom-Objektive sind die Norm, Fixbrennweiten gelten als Spezialobjektive und sind im Verhältnis teuer in der Anschaffung.

Wobei wir bei den Zoom-Objektiven zwischen hochwertigen Linsen und preiswerten Konstruktionen unterscheiden müssen. Letztere fallen in die Kategorie Einsteiger-Zooms und eröffnen lediglich einen Vorgeschmack auf die Möglichkeiten der Spiegelreflexfotografie.
Für relativ wenig Geld bekommt man damit einen großen Brennweitenspielraum und bei entsprechender Abblendung auch eine akzeptable Bildqualität. Preis und Leistung stimmen bei diesen Objektiven auf jeden Fall. Hat man seine Liebe zur Fotografie erst einmal entdeckt und eine gewisse Leidenschaft entwickelt, wird man um den nächsten Schritt, die Anschaffung hochwertiger Objektive trotzdem nicht herumkommen.

Diese sind aufwendiger gebaut, kosten entsprechend mehr und bringen allerdings auch ein großes Plus an Bildqualität. Gleichzeitig, und das ist das Wichtigste, sind hochwertige Objektive wesentlich lichtstärker und bringen meist schon bei offener Blende optimale Bildqualität.

Festbrennweiten oder Zoom ist die nächste Fragestellung, deren Beantwortung wiederum mit dem Einsatzbereich einhergeht. Für Festbrennweiten sprechen viele Parameter: Sie sind in der Regel kleiner, handlicher, lichtstärker und in der Abbildungsqualität häufig eine Spur besser. Zoom-Objektive decken wiederum
einen gewissen Brennweitenbereich ab, man erspart sich das eine oder andere Objektiv. Bauartbedingt sind sie allerdings etwas größer als die einzelnen Fixbrennweiten.
Den Vorteil, ohne Objektivwechsel auszukommen, wissen Reportage- und Action-Fotografen zu schätzen, wenn es um Schnelligkeit bei der Aufnahme geht. Hier sind die Zoom-Objektive den festen Brennweiten deutlich überlegen. Geht es wiederum um Lichtstärke und Abbildungsqualität, haben die festen Brennweiten die Nase voran.

Spezialobjektive, wie extreme Weitwinkel und Teleobjektive sowie Nah- und Makroobjektive sind zwar für spezielle Anwendungen gedacht, eignen sich fallweise, wie beispielsweise die beiden Sony Makro Objektive 50 und 100 mm auch hervorragend für den normalen Einsatz.

Gehäuse

Dem digitalen SLR Gehäuse kommt, anders als dem analogen doppelte Bedeutung zu: Es ist Aufnahme- und Aufzeichnungsgerät. Während man bei Analog also noch entsprechenden Film benötigt, entfällt dieser Faktor in der Digitalfotografie. Der Sensor der Kamera zeichnet das Bild auf und überträgt die Daten auf die Speicherkarte. Für den Anwender vereinfacht sich dadurch die Angelegenheit und das Verfahren bringt eine enorme Kostenersparnis mit sich.

Die Auswahl des Gehäuses, der Kamera also, sollte in erster Linie nach dem Gesichtspunkt der Verwendung erfolgen. Welche Motive werden hauptsächlich fotografiert und welche Formate werden die Fotos später haben? Außerdem sollte man wissen, ob man Serienbilder schießen möchte, einen eingebauten Blitz benötigt und vieles mehr.

Bald wird man feststellen, dass die angebotenen Geräte oft mehr können als gefragt ist. Geben Sie auch dem Gefühl eine Wertigkeit: Wie greift sich die Kamera an, wie liegt sie in Ihrer Hand. Für die Bildqualität wiederum zählt vorrangig die Leistung des Aufnahmesensor, auch darauf sollte man achten.

Eines der wesentlichen Entscheidungskriterien beim Gehäuse ist neben dem Feeling das Handling. Wie kommt man mit den Knöpfen und Bedienelementen zurecht, wie einfach oder eben kompliziert ist das praktische Arbeiten. Fotografieren macht keinen Spaß, wenn jedem Shooting das Studium der Betriebsanleitung vorangehen muss.

Das Alpha System

Sony hat mit den Alpha Kameras einen sehr guten Weg beschritten. Die Menuführung sämtlicher Modelle ist sehr praxisnah, einfach durchschaubar und erlernbar. Schon bald hat man sich die wichtigsten Knöpfe gemerkt und kann loslegen. Hat man dann einmal eine Kamera im Griff, ist der Umstieg auf ein anderes oder hochwertigeres Alpha Gehäuse völlig problemlos, das Bediensystem bleibt mehr oder weniger das gleiche. Dazu kommt, dass in allen Modellen ein Verwacklungsschutz eingebaut ist, den in der alltäglichen Fotopraxis enorme Bedeutung zukommt.

Consumer- oder Profigeräte

Wir können es uns einfach nicht verkneifen, kurz auf dieses Thema einzugehen, nachdem uns diese Begriffe um die Ohren schwirren. Ständig wird bei Fotogeräten die Fragestellung abgehandelt, ob es sich nun um ein Consumer-Produkt oder doch ein Profi-Modell handelt.

Oder das Spiel mit den Leistungsdaten: Schafft eine Kamera nun 4, 4.5 oder 5 Bilder pro Sekunde? Diese scheinbar wichtige Frage ist Thema seitenlanger Abhandlungen in Fotomagazinen. Dabei hat kaum ein Profi Bedarf an diesem Feature. Tests wohin man blickt, man fragt sich, ob man mit den Geräten auch fotografieren kann.

Wissen Sie im Gegenzug eigentlich, wie schnell Ihr Backrohr 220 Grad erreicht und war dies Teil ihrer Kaufentscheidung? Oder kochen Sie auf Ihrem Ofen lieber gutes Essen, Technik hin oder her.

Dann gelingen Ihnen auch mit jeder Kamera hervorragende Fotos, davon sind wir überzeugt.
Was jedoch nicht heißen soll, Wert auf Qualität zu legen mache keinen Sinn – ganz im Gegenteil. Es kommt eigentlich wohl eher darauf an, den Qualitätsbegriff anders zu definieren.

Qualitativ hochwertig ist beispielsweise die Alpha 700. Eine tolle Kamera zu einem erschwinglichen Preis, wer keine Großvergrößerungen macht ist damit gut bedient.
Benötigen Sie allerdings eine Vollformatkamera und hätten Sie gerne den besten, derzeit auf dem SLR-Markt verfügbaren Aufnahmesensor, wird die Alpha 900 Ihre erste Wahl sein.

Wählen Sie also das Gehäuse Ihrem Bedarf und den Aufgaben entsprechend und Sie sind auf der sicheren Seite. Für einige Zeit jedenfalls, denn ständig kommt Neues auf den Markt.

Hochwertige Objektive hingegen werden nicht ständig neu berechnet und behalten Wert und Nutzbarkeit über viele Jahre. Dank Systembajonett sind sie auch an den neuesten Gehäusen einsetzbar, behalten damit ihren Wert.

Eine Investition in hochwertige Objektive ist also eine bleibende Sache und vielleicht sogar gute Investition.
An sämtlichen Alpha Gehäusen sind so neben den neuen Sony und Zeiss Linsen auch alle Minolta-AF-Objektive zu verwenden.

Die Empfehlung

Besuchen Sie ein Fotofachgeschäft oder einen Alpha-Shop, bevor Sie neue Geräte erwerben. Nehmen Sie sich ausreichend Zeit ihre persönliche und für Sie beste Wahl zu treffen.

Eine gute Möglichkeit, sich über Fotogeräte und Zubehör zu informieren, diese gegebenenfalls auszuprobieren, bieten unsere Workshops und Veranstaltungen. Wir beraten Sie im Einzelgespräch sehr gerne und stellen Ihnen nach Möglichkeit das eine oder andere Gerät zum Testen bereit. Vor allem aber können wir Ihnen die Möglichkeiten aufzeigen, um Ihnen eine Entscheidungshilfe für den Erwerb zu geben.
Unsere Trainingseinheiten Kamera und Objektive beschäftigen sich mit diesen Themenbereichen im Detail.

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