Objektivempfehlung Sony Carl Zeiss 1.8/135
Das Carl Zeiss 1.8/135 mm mag auf Grund verschiedener Kriterien begeistern. Sei es nun wegen der extrem großen Lichtstärke, der hochwertigen mechanischen und optischen Ausführung oder simpel und einfach auf Grund der Brennweite. Ich beginne meine Annäherung mit Letzterem.
Als Fotograf, welcher mit Fixbrennweiten groß geworden ist und Zeit seines Lebens überwiegend auch solche eingesetzt hat, verbindet mich mit der Brennweite 135 mm eine Hassliebe. Eigentlich ist es mir nämlich als Porträtobjektiv zu lang und für ein passables Teleobjektiv zu kurz. Andererseits ist es allerdings die ideale Ergänzung zu meiner kleinen Ausrüstung. Da ich mit Vorliebe die 50 mm Brennweite verwende, einmal in Form des Macro 2.8/50 mm, dann wiederum als lichtstarkes 1.4/50 mm Normalobjektiv. Ergänzend dazu erscheint mir das 100 mm Macro zu kurz und das 200 mm Tele zu lang. Nachdem Sony derzeit auch keine fixe 200er Brennweite im Programm hat, habe ich mir das 2.8 /70-200 Zoom angeschafft, welches ein hervorragendes Objektiv ist, mir allerdings für die kleine Fototasche zu groß und zu schwer ist. Dazu kommt noch, dass ich am liebsten mit lichtstarken Objektiven arbeite, das beste ist mir gerade gut genug. Diese Anforderung erfüllt das 135 mm in allen Belangen. Es ist lichtstark und bietet daneben eine hervorragende Abbildungsleistung. Das Feeling, wie man so schön sagt, wenn man ein Objektiv in die Hand nimmt, kommt dann als letztes hinzu, ist jedoch nicht unwesentlich.
Das richtige Feeling
Beginnen wir also gleich damit und hier darf ich festhalten: Man hält mit dem 1.8/135 tatsächlich etwas Feines in Händen, fühlt es, spürt es. Dieser Punkt kann als erstes abgehakt werden, das „Feeling“ stimmt.
Wie sieht es nun mit der optischen Leistung des Objektiv aus? Als Anwender und praktischer Fotograf habe ich es immer vermieden, mich zu sehr mit technischen Features zu beschäftigen und meine Ausrüstung danach auszuwählen. Vielmehr war es für mich immer wichtig, Geräte bei der Arbeit auf Tauglichkeit zu testen, zu strapazieren und unter allen Bedingungen zu verwenden. Letztendlich zeigt die Summe dieser Erfahrungswerte die Brauchbarkeit der Geräte.
In der Praxis
Im praktischen Einsatz fasziniert erst einmal der Abbildungsmaßstab.Man kommt unglaublich nah ran ans Motiv und hat trotzdem genügend Abstand. Genau genommen sind es 72 cm. Ideal, um etwa Flora und Fauna optimal ins Bild zu bringen.
Außerhalb des Schärfebereichs löst sich bei dieser Entfernung alles in wohltuende Unschärfe bzw. hebt das Motiv wunderschön ab. Dieser Effekt erstreckt sich bei offener Blende, in abgeschwächter Form, über den gesamten Einstellbereich.
Bei offener Blende ist ein leichter, bauart bedingter Lichtabfall an den Rändern feststellbar, der bereits bei einmaligem Abblenden reduziert wird und bei Blende 2.8 völlig verschwunden ist. Dies ist nur bei hellen Motiven und genauer Betrachtung sichtbar und kann natürlich nachträglich am Computer korrigiert werden.
Im Übrigen zeichnet das Objektiv klar, fein abgestuft und bringt alle Farbabstufungen herrlich ins Bild.
Die Frage nach dem Einsatzbereich erübrigt sich bei dieser Brennweite. Es eignet sich als vielseitiges Allroundobjektiv für jeden Einsatz, wo optimale Abbildungsqualität gefordert wird. Vorzugsweise dort, wo gezielt das Spiel Schärfe – Unschärfe für die Bildgestaltung eingesetzt wird.