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© Julia Schreiner

Experimente

Für den, der nicht das Glück hat sein Hobby zum Beruf zu machen, heißt es fotografieren, fotografieren, fotografieren, wann immer man Zeit hat.

Vor einer Weile habe ich nur ausgelöst, wenn es entsprechende Anlässe gab – Reisen oder (meist) familiäre Festivitäten. Heute nehme ich das Fotografieren zum Anlass um die Alpha 100 auf ihre Stärken und Schwächen zu testen. So kam mir vor einer Woche, als das Semester sich zu neigen begann und die letzen Prüfungen ins Haus standen die Idee, meine Arbeit fotografisch in Szene zu setzen.
Die Vorstellung der Umsetzung war jedoch einfacher als die Praxis. Zunächst stellte sich das Problem, dass meine Wohnung, vor allem wenn es draußen neblig ist, nicht gerade vom Licht durchflutet wird. Ich versuchte also Schreibtisch- und Leselampen als provisorische Scheinwerfer zu nutzen. Diese Umfunktionierung stellte sich als gelungen heraus, da ich durch verschiedene Positionierungen tolle Schatteneffekte erzielen konnte.

© Julia Schreiner

Am Anfang fotografierte ich mit der Autofokus und Automatik Einstellung, die sich durchaus beweist, wenn man schnell und sicher Dinge festhalten will. Da ich jedoch genug Zeit hatte,experimentierte ich ein wenig mit den anderen Einstellungen, wie der Programmautomatik (P), der Zeitautomatik (A) sowie der Blendenautomatik (S). Ich suchte mir für diese Versuchsreihe einen Ausschnitt, der das Türschloss zeigte, aus und bildete ihn mit den verschiedenen Programmeinstellungen ab. Danach fotografierte ich ihn mit unterschiedlicher, manuell eingestellter Belichtungszeit wieder und verglich die Ergebnisse miteinander. Ich war erstaunt, wie sehr sich der Bildausschnitt durch die verschiedenen Anwendungen veränderte, zum Beispiel hinsichtlich der Farbintensität von lebensnah bis surreal. Bei dieser Versuchsreihe kam ich aber auch schnell dahinter, dass es in gewissen Situationen vorteilhaft ist ein Stativ zu haben, weil man, wenn man eine lange Belichtungszeit hat, die Kamera nicht lange „halten“ kann und Bilder sehr schnell verwackelt.

Doch auch für dieses Problem fand ich eine einfache aber effiziente Lösung, indem ich Bücher als provisorisches Stativ benutzte. Auch Mappen können ebenso gut als Stativ dienen, weil man durch einen veränderten Winkel eine weitere Facette eines Bildausschnittes hervorheben kann.

Nach den Experimenten mit Belichtungszeit- und Programmänderungen versuchte ich mich am Bildaufbau. Ich wollte den Kalt-Warm Kontrast ausprobieren und versuchen, ein zentrales Element scharf zu stellen, während der Rest des Bildes unscharf sein sollte. Ersteres versuchte ich durch eine metallfarbene Lampe vor einer gelben Wand zu verwirklichen. Danach knipste ich nur die Schatten, welche die Lampe auf der gelben Wandfläche hinterließ.© Julia Schreiner

Die zweite Aufgabe, die ich mir stellte, sollte sich als schwieriger in der Umsetzung erweisen. Da die Fotoserie das Studium zum Inhalt hatte, beschloss ich einen meiner Wälzer herauszukramen und eine für mich typische Szene, das Anstreichen mit dem Textmarker, abzubilden. Es brauchte einige Zeit, bis ich die Kamera dazu brachte, nur die Spitze des Markers und einen kleinen Teil vom Text scharf zu stellen, das Ergebnis war dann aber durchaus positiv.

Berauscht von den Erfolgen dieser Aufnahmen, wagte ich mich hinaus in die Kälte um mich auch dort an dem „manuellen Fokus“ heranzuwagen. Es dauerte nicht lange, bis ich einige nette Motive fand, im Gegensatz zu der Zeit die ich dann aufwendete um sie entsprechend ins Bild zu setzen. Hier erkennt man natürlich einen Vorteil der Digitalfotografie, da man sofort das Ergebnis seines Versuchs sieht und wenn dieses nicht gefällt, ändert man eben Programm- oder Belichtungseinstellungen und knipst erneut drauf los. Ein großes Plus bei der Alpha 100 Kamera ist die relativ einfache und problemlose Bedienung. Durch die Funktions- und Programmräder hat man blitzschnell die Einstellung die man will, ohne lange in verschachtelten Menüfunktionen herumzusuchen, bis etwa ein Schneemotiv schon geschmolzen ist.

Von Julia Schreiner

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  • Walch Otto 29 Jun

    “Wer sein Auto liebt, der schiebt”. Wer seine Kamera im Griff haben will und dann viel Freude, weil sie (meistens) das tut, was man möchte, der muss viel üben. Für viele ist aber gerade das uncool und lästig. Darum bewundere ich die systematische Arbeit mit dem Gerät. Das eine solche trockene akademische Arbeit durchaus noch so stimmungsvolle Aufnahmen ergibt, freut den Übenden und den Leser. Nur so weiter!! Für manche Aufnahmen muss man monatelang probieren, bis sie gelingen. Das weiß ich aus eigener Erfahrung.

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