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Wissenswertes über Objektive

Die Verwendung von Spiegelreflexkameras bringt gegenüber Kompaktkameras viele Vorteile. Die Möglichkeit des Objektivwechsels ist dabei jedoch der wichtigste. Dem Anwender steht damit die Möglichkeit offen, aus dem umfangreichen System-Objektivsortiment zu wählen und die auf den persönlichen Bedarf abgestimmte Objektiv- und Brennweiten-Kollektion zusammenzustellen. Um die Thematik anschaulich darzustellen, starten wir  einen kleinen Exkurs in die Welt der Objektive.

Grundsätzliches

Objektive erfüllen in der Fotografie den Zweck, ein dreidimensionales Motiv auf eine zweidimensionale Fläche zu projizieren und als Nebeneffekt allerdings auch zu reduzieren. Man unterscheidet dabei eine kurze, normale oder lange Brennweite, auf das Negativformat (Aufnahme-format) bezogen. Ein langbrennweitiges Objektiv bringt das Motiv größer ins Bild als ein Objektiv mit kurzer Brennweite, wobei die Normalbrennweite ungefähr der Aufnahme-Formatdiagonale entspricht. Die kürzere Formatseite entspricht einer kurzen Brennweite und als Kennziffer für eine lange Brennweite wird die mindestens doppelte längere Formatseite herangezogen. In der analogen Kleinbildfotografie ist das Aufnahmeformat 24 x 36 mm, bei den derzeitigen Sony-SLR-Digitalkameras ist der Aufnahmechip davon in etwa die Hälfte.Bei Vollformatkameras entspricht dieser wiederum dem Kleinbildformat. Der Bildwinkel ergibt sich aus dem Aufnahmeformat und der Brennweite. Man spricht von einem horizontalen, vertikalen oder diagonalen Bildwinkel, je nachdem, ob die Höhe, die Breite oder die Diagonale des Aufnahmeformats auf die Angabe des Bildwinkels bezogen wird.

Lichtstärke

Die Lichtstärke ist das Maß für die bei offener Blende durchgelassene Lichtmenge eines Objektiv. Die maximale Blendenöffnung an einem Objektiv bestimmt somit die Lichtstärke. Lichtstarke Objektive können bei schlechten Lichtbedingungen oder in Fällen, wo eine schnelle Verschlußzeit bei niedriger ISO Einstellung gefordert ist, von großem Vorteil sein. Darüberhinaus ergibt eine  hohe Lichtstärke bei offener Blende eine geringere Schärfentiefe und einhergehend viele kreative Möglichkeiten. Dazu kommt,  dass lichtstarke Objektive durch eine aufwendige optische Konstruktion meist eine bessere Abbildungsleistung als lichtschwächere Mitbewerber bringen. Schlussendlich, und das ist nicht unwesentlich, bringt ein lichtstarkes Objekiv ein helles Sucherbild und erleichtert damit alle Einstellarbeiten inklusive Bildaufbau. Größe, Gewicht und Preis sind allerdings die einhergehenden Nachteile. Der Lichteinfall durch das Objektiv wird über die Blende geregelt. Neben der Belichtungszeit dient sie zur korrekten Einstellung und Regulierung der Belichtung. Ein Blendenschritt bedeutet wie ein Zeitenschritt bei der Belichtungszeit jeweils ein verdoppeln oder halbieren der vorhergegangenen Lichtmenge. Diese Tatsache ermöglicht das Shiften von Belichtungen sowie Belichtungskorrekturen mit Zeit oder wahlweise Blende.Verdoppelt sich die Blendenzahl, wird die einfallende Lichtmenge auf ein Viertel reduziert. Der Beugungseffekt (Abbildungsfehler des Objektivs) verhindert allerdings beliebig weites Abblenden bzw. kann schon bei extrem kleinen Blendenwerten einen Schärfeverlust bringen. Als förderliche Blende wird jene bezeichnet, die mit der kleinsten Blende noch nicht zu Unschärfen führt.

Abbildungsfehler

Abbildungsfehler werden durch einzelne Linsen verursacht und bedingen Unschärfe, Farbsäume oder Verzerrung. Um solche Fehler zu vermeiden, werden von den Herstellern meist mehrere Linsen unterschiedlicher Glassorten in einem Objektiv kombiniert. Ohne im Detail auf diese Konstruktionen einzugehen kann gesagt werden, dass solche Abbildungsfehler bei hochwertigen Objektiven kaum auftreten geschweige denn sichtbar werden. Eher werden diese bei billigen Objektiven bemerkbar (hochwertiges Glas kostet eben mehr), wobei hier ein Abblenden um einige Werte zu passablen Bildern verhilft und manche dieser Fehler sogar völlig eliminiert. Schlussendlich muß man hier fairerweise anmerken, dass Abbildungsfehler erst bei größeren Bildformaten sichtbar werden. Wer also seine Bilder nur in den üblichen Formaten bis etwa 13 x 18 cm vergrößert, wird kaum etwas bemerken.

Einteilung der Objektive

Objektive werden also zwischen Weitwinkel-, Normal- und Teleobjektiven unterschieden und definieren sich durch Aufnahmeformat und Bauweise. Verwendet man ein Weitwinkelobjektiv, so verstärkt dieses stürzende Linien, lässt Räume oder Gegenstände größer wirken. Das Normalobjektiv kommt dann zum Einsatz, wenn eine möglichst augengerechte Abbildung angestrebt wird und keine Effekte erzielt werden sollen. Ein Teleobjektiv hingegen staucht das Motiv, löst das Objekt vom Hintergrund und bildet eine flachere Räumlichkeit und eine geringere Schärfentiefe. Häufig wird es dann verwendet, wenn sich der Kamerastandpunkt nicht verändern lässt und  weiter entfernte Motive groß ins Bild sollen.Spiegelobjektive sind Teleobjektive mit verkürzter Bauweise, welche durch den Einsatz von Spiegeln erzielt wird. Diese Konstruktionen besitzen neben den kompakten Abmessungen den Vorteil, dass es nur wenige Abbildungsfehler gibt. Der Nachteil bei solchen Objektiven ist die äußerst lichtschwache Bauart. Ausserdem verfügen Spiegelobjektive über keine regulierbare Blende – fixe Blendenöffnung – und die einfallende Lichtmenge kann nur mittels Filter bzw. die Belichtungszeit geregelt werden.

Zoom-Objektive

Wer sich heute eine Spiegelreflexkamera kauft, wird meist im Set mit einem oder mehreren Zoomobjektiven beglückt. Diese sind häufig preisgünstige Konstrukionen mit annehmbarer Abbildungsqualität. Leider oft lichtschwach und bzgl. der  mechanischen Ausführung häufig für den Gelegenheitsfotografen ausgelegt. Kein Nachteil ohne Vorteil: Die kompakte Bauweise und der  Einsatz von hochwertigen Kunststoffen macht diese Objektive klein und leicht. Ideal für alle, die Angst vor einer schweren, großen Spiegelreflexausrüstung haben und gerne unbeschwert auf Fotopirsch gehen. Hochwertige Zoomobjektive hingegen entsprechen in vielen Belangen den Festbrennweiten und bringen eine hervorragende Abbildungsqualität.Mankos können eine geringere Lichtstärke sowie ein höheres Gewicht bei größeren Abmessungen sein. Dafür erspart man sich allerdings häufigen Objektivwechsel, ist schnell im richtigen Brennweitenbereich und erspart die Anschaffung mancher Fixbrennweite. Zu den Spezialobjektiven gehören Makro-, Lupen-, Shift- und Fisheyeobjektive sowie Objektive mit extrem hoher Lichtstärke und Brennweite. Makroobjektive ermöglichen im Gegensatz zu Normalobjektiven ein näheres Herangehen an ein Objekt um eine Abbildung von 1:1 oder größer zu erzielen. Dadurch, dass der Schneckengang sehr lang ausfällt, bieten diese die Möglichkeit, auf sehr nahe Objekte scharf zu stellen. Um die optischen Probleme, die bei einer Aufnahme aus kurzer Entfernung entstehen können, zu verhindern, sind Makroobjektive speziell korrigiert. Durch Shiftobjektive lässt sich das an der Kamera angesetzte Objektiv parallel zur Filmebene bewegen. Diese Objekive werden häufig in der Archi-tketurfotografie eingesetzt, eignen sich allerdings auch für alle anderen Motivbereiche. Ein Weichzeichnerobjektiv zählt zu jener Art der Objektive, deren sphärische Aberration nicht völlig korrigiert wurde. Es legt sich ein Unschärfebild über das scharfe Bild. Der Unterschied zu einer Vorsatzlinse ist der, dass ein scharfes Bild noch vorhanden ist.

Brennweitenveränderung mittels Zubehör

Besteht der Wunsch einer Brennweitenveränderung, so muss nicht immer ein Objektiv mit spezieller Brennweite in Verwendung kommen. Hier bieten sich etliche Möglichkeiten an. Durch das Vorsetzen einer Nahlinse wird weder die Belichtungszeit, noch die Größe der Blendenöffnung oder der Abstand des Objektivs zum Film verändert. Somit gelangt die gleiche Menge Licht ohne Verluste auf den Film bzw. den Sensor. Nahlinsen haben die Wirkung einer Lupe, indem die Brennweite verkürzt wird und der Auszug jedoch gleich bleibt. Gute Nahlinsen die auf unendlich korrigiert wurden, sind besser als Zwischenringe oder Balgengeräte.

Wichtiges Objektivzubehör

Das wichtigste Zubehör fürs Objektiv ist die Streulichtblende, besser als Sonnenblende bekannt. Diese soll seitlich einfallendes Licht daran hindern, an Linsen oder reflektierten Fassungsteile zu gelangen. Durch das Streulicht kann das fotografierte Objekt am Bild schlussendlich flau und kontrastarm wirken. Keine Wirkung bringt die Streulichtblende allerdings bei direktem Gegenlicht wie etwa dem Fotografieren in die Sonne. Zu beachten: Wird die Streulichtblende zu kurz gewählt, so kann es zu einer verringerten Schutzwirkung kommen. Wird sie jedoch zu lang oder mit einem zu geringen Durchmesser gewählt, so ist eine Vignettierung die Folge. Ebenfalls zur Vignettierung kommt es beim Einsatz von zusätzlichen Filtern bei Einschraubblenden, insbesondere bei Weitwinkelobjektiven.

Die Qual der Wahl

Die Anschaffung von Objektiven ist eine sehr persönliche Angelegenheit und richtet sich nach Notwendigkeit, Geschmack, Interesse, Qualitätsanspruch und Budget. Um Ihnen die Meinungsbildung etwas zu erleichtern werden wir nun von Zeit zu Zeit Objektive vorstellen, mit denen in der MAXUM Fotoschule bzw. fürs Bildarchiv gearbeitet wird. Bitte achten Sie beim Kauf auch darauf, dass einige Objektive nur für den kleineren Aufnahmesensor bestimmt sind und bei Vollformat bzw. Analog nicht einsetzbar sind.

Das derzeit verfügbare Sony Objektivprogramm
  • SAL1870.AE 3,5 – 5,6 / 18-70 mm Sony Objektiv
  • SAL16105.AE 3,5 – 5,6 / 16-105 mm Sony Objektiv
  • SAL18200.AE 3,5 – 6,3 / 18-200 mm Sony Objektiv
  • SAL18250.AE 3,5 – 6,3 / 18-250 mm Sony Objektiv
  • SAL24105.AE 3,5 – 4,5 / 24-105 mm Sony Objektiv
  • SAL55200.AE 4,0 5,6 / 50-200 Sony Objektiv
  • SAL75300.AE 3,5 – 5,6 / 75-300 mm Sony Objektiv
  • SAL1680Z.AE 3,5 – 4,5 / 16-80 mm Carl Zeiss Objektiv
  • SAL2470Z.AE 2,8 / 24-70 mm Carl Zeiss Objektiv
  • SAL85F14Z.AE 1,4 / 85 mm Carl Zeiss Objektiv
  • SAL135F18Z.AE 1,8 / 135 mm Carl Zeiss Objektiv
  • SAL135F28.AE 2,8 (T4,5) 135 mm STF Sony Objektiv
  • SAL50F14.AE 1,4 / 50 mm Sony Objektiv
  • SAL50M28.AE 2,8 / 50 mm Sony Makro Objektiv
  • SAL100M28.AE 2,8 / 100 mm Sony Macro Objektiv
  • SAL1118.AE 4,5 – 5,6 / 11-18 mm DT Sony Objektiv
  • SAL16F28.AE 2,8 / 16 mm Fisheye Sony Objektiv
  • SAL20F28.AE 2,8 / 20 mm Sony Objektiv
  • SAL28F28.AE 2,8 / 28 mm Sony Objektiv
  • SAL35F14G.AE G-Serie Objektiv mit hoher Lichtstärke (35 mm, extreme Helligkeit: F1,4)
  • SAL500F80.AE 8 / 500 mm Reflex Sony Objektiv
  • SAL70200G.AE G-Serie Objektiv mit hoher Lichtstärke (70-200 mm, extreme Helligkeit: F2,8)
  • SAL70300G.AE G-Serie Objektiv 70-300 mm, Lichstärke: F4,5-5,6
  • SAL300F28G.AE G-Serie Objektiv mit hoher Lichtstärke (300 mm, extreme Helligkeit: F2,8)
  • SAL14TC.AE 1,4x Teleconverter
  • SAL20TC.AE 2,0x Teleconverter

 

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